Weitere Beruhigungsmittel für den Hund

Weitere Beruhigungsmittel gegen die Angst beim Hund

Unten finden Sie Mittel, Techniken sowie Methoden zur Behandlung von Angst beim Hund. Durch die Beschäftigung mit „schwierigen“ Hunden habe ich entsprechend zahlreiche Informationen zum Thema Ängste bei Hunden, den damit zusammenhängenden problematischen Verhaltenweisen und Mittel gegen diese Ängste gesammelt. Nachfolgend habe ich Ihnen einige Beruhigungsmittel zusammengetragen. Diese können in der Regel sehr gut miteinander kombiniert werden und oftmals ist eine Kombination auch sehr sinnvoll. Hier gilt es auszuprobieren. Außerdem brauchen Sie Zeit und Geduld. All diese Maßnahmen wirken nicht von heute auf Morgen, gerade wenn Ängst lange und tief konditioniert wurden.

 

Mensch-Hund-Gespann
Vorab noch ein Wort zur Mensch-Hund-Beziehung. Diese stellt sich, wie alle Beziehungen, sehr komplex dar. Es gibt sehr viele Faktoren, die voneinander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Vor allem der Einfluss des Halters auf den Hund ist sehr groß. Der Hund ist ein Spiegel, der Spiegel des Halters. Er spiegelt seine Seele und seine Stimmungen. Jeder Hundetrainer kann das bestätigen. Frauchen und/oder Herrchen beim Hundetraining haben oftmals weit über 50 Prozent Anteil am Problemverhalten. Ursachen für problematisch empfundenes Hundeverhalten sind häufig unklare, unscharfe, unstimmige und nicht konsequente Kommunikations- und Verhaltensmuster. Eigene Probleme des Halters – Unsicherheiten, Frustration, eigenes Vermeidungsverhalten, Stress und Ängste – werden auf den Hund projiziert. Und in der sich gegenseitig beeinflussenden Halter-Hund-Beziehung schaukelt sich die Problematik dann zusätzlich hoch. Eine Frau berichtete über die starken Verhaltensprobleme ihres Hundes. Der Hund zeigte Symptome wie Unruhe, Nervosität, Konzentrationsmangel, mangelnde Aufmerksamkeit für Frauchen, Fahrigkeit und Hektik. Die Leinenführung war ein ewiger Kampf. Entsprechend suchte sie Hilfe in Hundeschulen und bei Trainern. Trotz vieler Trainingsstunden besserte sich das Verhalten nur wenig. Da die Dame auch selbst Probleme psychischer Art hatte, erhielt sie eines Tages von Ihrem Therapeuten Medikamente gegen die problematischen Symptome verschrieben. Mit Überraschung stellte sie fest, dass mit Einnahme der Medikamente und Verschwinden der Symptome, auch die Symptome bei ihrem Hund schlagartig verschwunden waren. Interessanterweise erkannte sie auch, dass die eigenen Symptome die Gleichen waren, wie die des Hundes. Und die Moral von der Geschichte und um bei der Spiegelmetapher zu bleiben.
Wenn Du Dich über deinen Hund ärgerst, ist es so, als wenn Du Dich über Deinen Spiegel ärgern würdest. Bei der Suche nach einer Lösung gilt es alle Faktoren zu sehen und im Blick zu behalten und sich, als Bezugsperson des Hundes, auf jeden Fall mit einzubeziehen.

 

TTOUCH® (Tellington Touch Every Animal Method)

Der gleiche Effekt, der durch die Hundeberuhigungswesten erzeugt wird, kann man auch mit elastischen Binden erzielen. Und zwar geht es hier um TTOUCH® von Linda Tellington-Jones. Sie lernte in einem Seminar bei Moshe Feldenkrais, den Prozess des sogenannten „Gewahr-Werdens“. Feldenkrais ist Begründer der Feldenkrais-Methode, die bei Menschen eingesetzt wird. Bei TTOUCH® wird der Tierkörper (nicht nur bei Hunden) mit den Händen besonders achtsam berührt, um dadurch Spannungen aufzulösen und so die Selbstheilungskräfte anzuregen. Zusätzlich wird eine vertrauensvolle Bindung zum Tier hergestellt. Darüber hinaus werden beim Tier Körperbandagen zur besseren Körperwahrnehmung angelegt um dadurch ein Gefühl von Sicherheit, Stabilität und Balance zu vermitteln. Dafür benötigt man eine breite Bandage in entsprechender Länge. Die Binde sollte für große Hunde ca. 8 cm breit sein und sehr elastisch sein. Sportbandagen sind dafür ideal. Die Bandage wird halbiert, die Mitte an der Brust angesetzt. Von dort wird sie auf den Rücken geführt, überkreuzt und unter den Bauch zurückgeführt. Dort erneut überkreuzt und zum Hinterteil/Schwanz geführt, auf dem Rücken erneut gekreuzt und von dort an den Hinterläufen entlang und wieder auf den Rücken laufen lassen. Dort werden die Enden der Bandage mit einer Sicherheitsnadel, einem Knoten oder Pflasterband befestigt. Die Binden sollen fest am Körper anliegen, ohne diesen einzuschnüren und ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Das Wickeln von Binden ist allerdings mit etwas Gefriemel verbunden und entsprechend nicht jedermanns Sache. Aber wer die Geduld und Fingerfertigkeit hat, warum nicht. Mehr Informationen zu TTOUCH® finden Sie hier. Eine Video-Anleitung finden Sie hinter diesem Link.

Enges Shirt

Um den Druckeffekt zu nutzen, könnte man es auch mit einem engen Shirt probieren. Hier bietet sich ein T-Shirt oder ein Damentop an. Das Shirt muss entsprechend gekürzt werden, damit es beim Pippi machen nicht stört. Ist vor allem bei Rüden wichtig. Das Standard-Material eines Shirts ist meiner Meinung nach jedoch zu weich und elastisch, um einen ausreichenden Druck aufbauen zu können. Außerdem ist es wenig komfortabel beim An- und Ausziehen. Wer dennoch interessiert ist, hier ein Video, das ich gefunden habe.
Hierzu auch noch ein spezieller Tipp. Der Geruch der Bezugsperson wirkt in der Regel beruhigend auf den Hund. Daber kann man das Shirt bevor es dem Hund angezogen wird, einige Tage am Körper behalten, dann nimmt der Stoff die Gerüche auf.

Thundershirt selbstgemacht

Bei meiner Recherche habe ich auch eine Videoanleitung gefunden, mit der Sie sich ein Hundeberuhigungsshirt selbst basteln können. Man muss abwägen ob es am Ende nicht günstiger ist, wenn man sich ein fertiges Shirt kauft, denn die Herstellung braucht Zeit und Geduld, vor allem wenn man ungeübt ist. Nicht zu vergessen sind die Kosten für die Beschaffung des geeigneten Stoffes und der notwendigen Verschlüsse. Also, wer Spaß am Nähen und Schneidern hat, über das entsprechende Equipment und handwerkliche Fertigkeiten verfügt, warum nicht. Hier die Videos Teil 1Teil 2 und Teil 3. Die Videos sind auf Englisch, aber das Handwerkliche ist international verständlich.

Calming Cap, die Hilfe bei überdrehten Hunden

Außenreize sind für viele Angsthunde große Stressoren. Eine Möglichkeit um visuelle Reize auszublenden ist das sogenannte Calming Cap (vom Hersteller des Thundershirt). Das Produkt ist für Hunde gedacht, die schnell erregbar, ablenkbar, überdreht, aufgeregt sind, Angst haben und in diesem Zustand nur noch schwer zu erreichen und abrufbar sind. Es hilft dem Hund Dinge auszublenden. Mit der Augenbinde ist es so ähnlich wie mit dem Handtuch, das man über den Vogelkäfig hängt. Hier geht es darum Ruhephasen zu erreichen beziehungsweise den sehr erregten Hund wieder „runter zu holen“. Das Calming Cap zieht man dem Hund über die Schnauze und macht es am Halsband mit Klettverschluss fest. Dem Hund werden dabei die Augen abgedeckt. Der Stoff ist nicht ganz blickdicht, der Hund kann also ein wenig durchsehen. Optische Reize geraten nun stark in den Hintergrund und es wird mehr geschnuppert. Natürlich sollte das Calming Cap nur kurz eingesetzt werden, um Ruhe einkehren zu lassen. Nach Aussage von Besitzern von Angsthunden, die die Augenbinde probiert haben, wird der Hund in der Regel nach einiger Zeit merklich ruhiger. Einige sagen, ein einmal auf diese Augenbinde konditionierter und mit dieser Binde beruhigter Hund, fährt später auch nicht mehr so rasant hoch, selbst, wenn er die Binde nicht trägt. Wichtig ist bei der Anwendung aber, dass der Hund sich in absolut vertrauensvoller Umgebung befindet. So müssen die geliebten Menschen dabei sein, die sich ruhig unterhalten und Körperkontakt zu ihm aufbauen und halten. Sonst besteht die Gefahr, dass neue Ängste erzeugt werden und/oder bestehende Ängste verstärkt werden.

Hund mit Augenbinde, CalmingCap

Hier finden Sie das Calming Cap. Grundsätzlich könnte ich mir aber, aufgrund der Einfachheit, auch vorstellen, sich eine Augenbinde selbst zu basteln.

Gehörschutz für Hunde – Mutt Muffs

Was die Augen betrifft, gilt auch für die Ohren. Hunde haben ein besonders empfindliches Gehör und im Gegensatz zum Menschen können sie sich diese nicht selber zuhalten. Bei Angststörungen kommt den Sinneseindrücken – Riechen, Hören, Sehen, Fühlen und Schmecken – eine besondere Rolle zu. Über diese Kanäle werden Informationen aufgenommen und dann verarbeitet. Beim Angsthund sind in der Regel bestimmte Außenreize mit bestimmten als problematisch empfundenen Verhaltensweisen verbunden.
Bei den MuttMuffs handelt es sich um den meines Wissens derzeit einzigen Gehörschutz für Hunde weltweit. Die Mutt Muffs können nicht nur bei einer Angsttherapie hilfreich sein, sondern auch als Schutz gegen Lärm eingesetzt werden. So werden Sie auch von Jägern für Ihre Hunde verwendet. Gerade für Stadthunde, die sehr großem Umgebungslärm ausgesetzt sind, kann ein Gehörschutz sehr sinnvoll sein. Der Hunde-Gehörschutz ist in 5 Größen erhältlich.

Hund mit Gehörschutz

Ich persönlich werde es auch mal mit „Mickey-Mäusen“ für Menschen probieren (ausdrücklich keine Ohrstöpsel), da die Mutt Muffs ziemlich teuer sind. Mickey-Mäuse für Menschen gibt es bereits ab 4 EUR. Allerdings beginnt bei mir „Hund“ auch erst ab 25 kg Körpergewicht und Kniehöhen-Größe 😉 Entsprechend passen diesen größeren Hunden auch eher die Menschengrößen. Bei kleinen Hunderassen muss der Gehörschutz auch entsprechend klein ausfallen, sonst hält er nicht auf dem Kopf, gerade weil der Hund ja in Bewegung ist. Es ist auch die Frage, ob ein Menschen-Gehörschutz gut genug auf dem Hundekopf sitzt, damit dieser nicht in der Bewegung abfällt. Hier ein günstiges Modell namens Silverline, welches mir geeignet erscheint. Außerdem noch ein etwas höherpreisiges 3M-Modell. Bei der Auswahl habe ich darauf geachtet, dass die Muscheln möglichst flach sind und nicht so stark abstehen.

 

Alternativ dazu, bin ich über Gehörschutz für Babys gestolpert.

Kindergehörschutz als Gehörschutz für Hunde

Interessant daran ist, dass dieser Gehörschutz keine Bügel hat, sondern per Band mit Klettverschluss am Kopf befestigt wird. Das könnte recht sinnvoll sein, weil ein Bügel auf einem sich bewegenden Hund eventuell nicht so gut hält. Ob das Befestigungsband geeignet für den Kopf der Fellnase ist, die Kapseln groß genug sind und zuverlässig und beständig auf den Ohren verbleiben, gilt es auszuprobieren …

 

Ich werde mal selbst austesten, ob Mickey-Mäuse (keine Ohrstöpsel) für Menschen auch für Hunde funktionieren und dann an dieser Stelle davon berichten. Ich würde mich auch sehr über Erfahrungsberichte und vor allem über Bilder 🙂 von Hundehaltern freuen, die es an ihrem Hund ausprobiert haben.

Augentouch und Kommando „Schau“

Der Augentouch ist ein Beruhigungsmittel, das den Augenbinden-Effekt per Augen zu halten durch Frauchen oder Herrchen nutzt. Der Hund drückt bei dieser Methode freiwillig (über positive Bestätigung aufgebaut und trainiert) sein Gesicht in die Handfläche(n) seiner Bezugsperson und muss diesen Druck/diese Position solange halten, bis das Signal vom Halter aufgehoben wird. Die Hände verdecken die Augen und somit die Sicht des Hundes. Dadurch sieht der Hund den Auslöser für potentiellen Stress nicht. Der Hund hat engen Kontakt zu seiner Bezugsperson. Der Hund hat eine Aufgabe (Position halten) und Hunde lieben bekanntlich Aufgaben. Der Augentouch wird kurz vor einer konfrontierenden Situation eingesetzt.

 

Das Kommando „Schau“ wird ähnlich eingesetzt. Wenn beispielsweise ein Hund kläffend auf einen zugelaufen kommt, dem eigenen Hund das Kommando „Schau“ geben und sich dann und dabei zwischen dem anderen und dem eigenen Hund stellen. Man bringt dadurch und damit dem Hund bei, dass Frauchen/Herrchen die Situation regelt, indem die Bezugsperson sich mit dem Rücken zum Hund vor den Hund stellt und der Mensch dadurch zu einer Schutzmauer wird. Dies gilt es natürlich zu trainieren. Daran muss der Hund gewöhnt werden, da er sonst versuchen wird, um die Bezugsperson herumzulaufen, so das er wieder alles mitbekommt, was vor Herrchen/Frauchen passiert. Viel Spaß beim Trainieren.

Geräusche-CDs

Derartige CDs sind fürs Training und zum Desensibilisieren gedacht. Auf diesen CDs sind beispielsweise Schüsse, Böller, Donner und andere Geräusche realistisch zu hören. Die Arbeit mit derartigen Geräusche-CDs startet sinnvollerweise bereits Wochen vor dem zu erwartenden Ereignis (zum Beispiel zwei bis drei Wochen vor Silvester). Der Ratschlag frühzeitig anzufangen gilt aber für alle Mittel und Methoden der Angstbewältigung. Schauen Sie sich auch unser Special zum Thema Silvester mit Hund an.

 

Ich empfehle einmal eine CD mit Alltagsgeräuschen und einmal eine Geräusche-CD speziell für Silvester mit 45 Minuten Feuerwerk.

ADAPTIL (ehemals D.A.P.)

Bei ADAPTIL kommt ein synthetisches Beruhigungspheromon (Geruchsbotenstoffe) zum Einsatz. Dieses soll das von Hündinnen drei bis fünf Tage nach der Geburt ihrer Welpen am Gesäuge gebildete natürliche hormonelle Pheromon nachbilden. ADAPTIL soll positiv bei der Behandlung zahlreicher Ängste wirken. Es macht durchaus Sinn, ADAPTIL zusammen mit anderen, für die Verhaltenstherapie geeigneten Mittel und Medikamente, einzusetzen. Die Wirkung des Pheromons setzt erst nach einiger Zeit ein. Erfahrungsberichte zeigen, dass in verschiedenen Fällen, in denen ADAPTIL eingesetzt wurde, eine Besserung des Angstverhaltens erkannt wurde. Häufig waren die Ängste nach einer Pheromontherapie nach einem Zeitraum von sechzehn Wochen ganz verschwunden. Die Kritiken zeigen aber auch, dass man keine Wunderwirkung erwarten darf. Zu diesem Thema können Sie sich ja mit dem Tierarzt Ihres Vertrauens unterhalten, denn viele Tierärzte setzen selbst in ihren Praxisräumen ADAPTIL ein.
Es ist als Zerstäuber für die Steckdose, als Halsband oder als Spray erhältlich. Hier erhalten Sie den Steckdosenzerstäuber, der oft auch in Tierarztpraxen hängt.

Zylkène

Von Zylkène berichtet man bei der Behandlung von Ängsten Gutes. Bei Neugeborenen bzw. Katzen- und Hundewelpen werden Milchmahlzeiten überwiegend durch das Enzym Trypsin verdaut, während mit zunehmendem Alter auf eine Pepsin-Verdauung umgestellt wird. Zylkène enthält Caseinhydrolysat, ein Protein bzw. Peptid, das auch in der Muttermilch enthalten ist. Diesem durch diese Trypsin-Verdauung entstehendes Peptid wird die entspannende und beruhigende Wirkung nach dem Stillen bzw. Säugen zugeschrieben. Zylkène gibt es in verschiedenen Stärken – abhängig von Größe/Gewicht des Hundes, und Gebindegrößen. Das günstigste Angebot, das ich gefunden habe, war dieses hier.

Homöopathie

Es gibt verschiedene Globuli (Kügelchen), die von einem Tierheilpraktiker oder Tierarzt speziell auf den eigenen Hund abgestimmt werden sollten. Häufig werden von Hundehaltern Borax, Phosphor, Lycopodium als Mittel der Wahl gegen Hundeangst genannt. Man muss ausprobieren was, wie wirkt. Bekanntermaßen wird Homöopathie kontrovers diskutiert. Es gibt sehr viele Menschen, die darauf schwören. Mittel, die besonders häufig genannt werden, sind unter anderem Rescuetropfen die man in der Apotheke bekommt. Speziell für Silvester werden diverse Mittel genannt, die am besten von einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker zusammengemischt werden. Außerdem kann noch Aconitum oder Arnica, beide D12 und in Form von Globoli, erwähnt werden.
Ich persönlich habe nur wenige Erfahrungswerte mit Homöopathie und will hier daher auch keine Empfehlung abgeben aber ich halte mich an den Leitsatz, wer heilt hat recht. Falls Sie das Thema Homöopathie für den Hund eingehender interessiert, hinter diesem Link ein sehr empfehlenswertes Buch mit einem Special zu Bachblüten.

Bachblüten

Bachblüten fallen eigentlich unter Homöopathie, sollen hier aber extra erwähnt werden. Dr. Edward Bach hat die Bachblüten-Therapie begründet. Sie basiert auf der Idee, dass die Energie, die von Blüten gebunden wird, eine regulierende Wirkung auf psychische Zustände des Menschen hat. Durch die psychische Wirkung können daher oft auch körperliche Symptome verbessert werden. Die Blüten werden zur größten Blüte an besonderen Plätzen gesammelt, in Quellwasser eingelegt und der Sonne ausgesetzt. Dadurch soll sich die Blütenenergie auf das Wasser als Informationsträger transferieren. Das Wasser mit der gespeicherten Energie wird danach mit Alkohol haltbar gemacht und wird in der Regel verdünnt angewendet. Wie bei der Homöopathie auch, gilt bei den Bachblüten. Was für den Menschen funktioniert, funktioniert auch für das Tier. Auch diese Therapieform hat überzeugte Anhänger, die auf die Wirkung schwören. Hier finden Sie beispielhaft eine Bachblüten-Mischung gegen Angst.

Ernährung

Grundsätzlich kann die Ernährung einen wesentlichen Faktor bei der Angstbehandlung darstellen. Durch Ernährungsumstellung kann hier einiges erreicht werden und unterstützend bei anderen Behandlungen, zum Beispiel Verhaltenstraining, wirken.

Medikamentöse Ruhigstellung, Sedierung

Beruhigungsmittel in Form von Tranquilizern empfehle ich nicht (beispielsweise Vetranquil, Sedalin, Calmivet oder Prequillan mit dem Wirkstoff Acepromazin). Daher erwähne ich sie bewusst an letzter Stelle der Vollständigkeit halber. Dabei ist vor allem von dem erwähnten Neuroleptikum und Sedativum Acepromazin dringend abzuraten. Früher wurde es oft zu Silvester eingesetzt. Rein äußerlich wahrgenommen, hat es eine gute Wirksamkeit, aber leider nur von außen betrachtet. Heute ist bekannt, dass das Geräuschempfinden und die damit verknüpfte Angst durch das Medikament nicht reduziert werden. Der Hund hat also nicht weniger Angst als sonst, er ist nur körperlich unfähig zu reagieren. Er fühlt sich der Situation handlungsunfähig ausgeliefert. Acepromazin macht die Problematik und Ängste also noch schlimmer, so dass man am Ende des Tages einen total panischen Hund hat. Außerdem können sie massiven Blutdruckabfall bewirken.
Ich möchte Medikamente als Beruhigungsmittel nicht gänzlich verteufeln und in bestimmten seltenen und besonders schweren Fällen machen sie eventuell Sinn (bevor ein Hund vor lauter Panik aus dem 10. Stock springt …).
Zum Beispiel der Einsatz von Benzodiazepinen, wie bei Diazepam oder Alprazolam. Hier tritt tatsächlich eine angstlösende Wirkung ein. Allerdings ist die Wirkdauer von maximal 5 Stunden recht kurz und man muss am Silvestertag somit nachlegen. Befindet sich der Hund schon in panischem Zustand, dann dürfen Benzodiazepine nicht mehr gegeben werden. Ansonsten kann eine sogenannte paradoxe Reaktion mit mehr und nicht weniger Aufregung entstehen. Bei allen medikamentösen Ansätzen ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt selbstverständlich zwingende Voraussetzung.